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Jakob Fugger „der Reiche“: Kaufherr, Montanunter­nehmer und Stifter

Augsburg, die Stadt der reichen Fugger, der Fuggerei und der Renaissance

1367 wanderte der erste Fugger in Augsburg ein, zwei Generationen später war das Familienunternehmen – insbesondere durch den Metallhandel und ab den 1490er-Jahren auch als Bergwerksunternehmer – in die Wirtschaftselite Europas aufgestiegen. An den Montankonzern der Fugger wird in Augsburg heute nur noch im Fugger und Welser Erlebnismuseum erinnert. Doch dafür zeigen etliche Denkmäler, wie Jakob Fugger „der Reiche“ und seine Nachfolger den nicht zuletzt im Montanwesen erwirtschafteten Reichtum als kunstsinnige Bauherren und Mäzene sowie als Stifter einsetzten. Mit der Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna und mit den Fuggerhäusern brachten die Fugger die italienische Renaissance in die Stadt. Die Fuggerei ist die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Die Fugger waren die ersten, die in Augsburg eine lebensgroße, in Bronze gegossene Brunnenfigur – damals eine technische Innovation – aufstellten.

Tipp

In Augsburg erklärt das Fugger und Welser Erlebnismuseum den Aufstieg der Fugger zur Wirtschaftsmacht – unter anderem mit einem „Bergwerk“ im Gewölbekeller eines der letzten original erhaltenen Renaissancehäuser in der Fuggerstadt. Ein „Muss“ beim Sightseeing in Augsburg ist der Besuch der Fuggerei: Die älteste erhaltene Sozialsiedlung der Welt stiftete der Montanunternehmer Jakob Fugger „der Reiche“ 1521. Seine drei Augsburger Stiftungen bestehen 2021 seit exakt 500 Jahren.

Erlebnismuseum
Fuggerei

Die Augsburger Fuggerei
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Das Basiskapital für ihren kometenhaften Aufstieg erwirtschafteten die Fugger mit der Einfuhr von Baumwolle aus Venedig für schwäbische Barchentweber und mit dem Vertrieb der fertigen Tuche. Dadurch, dass Andreas Fugger 1410 und sein Bruder Jakob 1418 eine Goldschmiedelehre begannen, kamen erste Fugger früh mit metallurgischem Know-how in Kontakt: Angehörige der Augsburger Goldschmiedezunft waren in der Regel auch Metallhändler. Manche dieser Goldschmiede wanderten aus, um in Bergwerksregionen als Experten für die Verhüttung oder für den Bau von „Wasserkünsten“ zu arbeiten.

Durch Kredite an den Habsburger Maximilian I., die mit aus Tiroler Silber und Kupfer erwirtschafteten Erträgen abgesichert wurden, gerieten die Fugger ab den 1480er-Jahren in großem Umfang in das Geschäft mit Edel- und Buntmetall. Sowohl die engen Verbindungen zu Kaiser Maximilian I. als auch den mit dem Metallhandel verbundenen Austausch mit Oberitalien erkennt man an sehenswerten Augsburger Denkmälern der Fugger.

Das „Bergwerk“ im Fugger und Welser Erlebnismuseum
© Norbert Liesz / Regio Augsburg Tourismus GmbH

Die Fugger brachten die Renaissance Italiens nach Augsburg

Die Fuggerkapelle in der Kirche St. Anna ist die Grablege Jakob Fuggers „des Reichen“ und seiner Brüder Ulrich und Georg. Die unter anderem von Albrecht Dürer ausgestattete Kapelle ist das früheste Bauwerk im Stil der Renaissance im heutigen Bayern. Auf einem der Flügelbilder der Orgel wurde Jakob Fugger „der Reiche“ abgebildet, auf dem anderen ist Kaiser Maximilian I. zu sehen. Der Habsburger hielt sich derart häufig in der Stadt der Fugger auf, dass er am französischen Hof als „Bürgermeister von Augsburg“ verspottet wurde.

Der Damenhof und der Turnierhof der Fuggerhäuser an der heutigen Maximilianstraße (die Prachtstraße – eine der schönsten Deutschlands – ist nach Kaiser Maximilian I. benannt) waren im heutigen Bayern die ersten Profanbauten im Stil der Renaissance. Das auf das Adlertor der Fuggerhäuser gemalte Wappen der Habsburger verrät, dass der Habsburgerkaiser Karl V. und einige seiner Nachfolger hier bei zahlreichen Augsburger Reichstagen logierten. Abbildungen Kaiser Maximilians I. und Kaiser Karls V. findet man in den Wandmalereien des atemberaubend schönen Goldenen Saals im Rathaus und in zwei Tondi (Porträtscheiben) an der Fassade des Maximilianmuseums. Abbildungen Kaiser Maximilians I. sieht man auch auf Gemälden in der Basilika St. Ulrich und Afra, wo den Grafen Fugger fünf fürstlich ausgestattete Grabkapellen gehörten.

Jakob Fugger „der Reiche“ auf einem Flügelbild der Fuggerorgel in St. Ulrich und Afra
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Albrecht Dürer malte den reichen Jakob Fugger

Auf einem der Flügelbilder an der Fuggerorgel in St. Ulrich und Afra erkennt man die beiden prominentesten Fugger – Jakob Fugger „den Reichen“ und seinen Neffen und Nachfolger Anton, der das Familienunternehmen zum Zenit führte. Das bekannteste Porträt Jakob Fuggers „des Reichen“ schuf Albrecht Dürer um 1520 – dieses Gemälde ist heute in der Staatsgalerie in der Katharinenkirche zu sehen. Weitere Fuggerhäuser, Kirchen, Kunstwerke und nicht zuletzt der Neptunbrunnen bei der Fuggerei sowie die drei welterbewürdigen Augsburger Monumentalbrunnen erinnern bis heute an die Fugger.

Sehenswürdigkeiten, aktuelle Ausstellungen und Tipps

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Augsburg: Stadtführungen zu den Spuren der Fugger

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH bietet die öffentliche Stadtführung „Auf den Spuren der Fugger und Kaiser Maximilians durchs goldene Augsburg“ (ohne Anmeldung) sowie weitere Führungen (in verschiedensten Sprachen) zum Thema Fugger an.

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Auf den Spuren der Fugger durch Augsburg

Die Fuggerei, die Fuggerkapelle in St. Anna, die Fuggerhäuser und fünf Fuggerkapellen in St. Ulrich und Afra sind Hauptsehen­swürdigkeiten der Fugger in Augsburg. Die Beschilderung einer dreisprachigen Self-Guided-Tour (D, E, I) leitet zu diesen und weiteren Zielen.

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Stiftung von 1521: die Augsburger Fuggerei

1521 stiftete Jakob Fugger „der Reiche“ die Fuggerei, die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. In den 67 Häusern um acht Gassen leben rund 150 katholische Augsburger für eine jährliche Kaltmiete von 0,88 Euro. Alle Bewohner sollen dafür täglich drei Gebete für die Stifterfamilie sprechen.

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Augsburg: Das Fugger und Welser Erlebnismuseum

Das Museum befasst sich mit der Geschichte der Fugger und Welser und mit der Wirtschaftsgeschichte Europas. Es geht auch um Silber, Kupfer, Blei, Gold und Quecksilber, um Bergknappen, um Kinder- und Frauenarbeit in den Bergwerken und um die Bedeutung des Kupfers für den Sklavenhandel.

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Albrecht Dürers Porträt des Jakob Fugger

Die Augsburger Staatsgalerie in der Katharinenkirche zeigt das bekannteste Porträt Jakob Fuggers „des Reichen“, geschaffen von der Werkstatt Albrecht Dürers. Die hochrangige Sammlung in der ehemaligen Klosterkirche stellt auch Werke von Hans Holbein d.Ä., Hans Burgkmair d.Ä. und Lucas Cranach d.Ä. aus.

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Die Konzertreihe „Die Fugger und die Musik“

Seit dem Jahr 2002 erinnert die Konzertreihe „Die Fugger und die Musik“ an das Mäzenatentum der Fugger, die Komponisten wie Musiker förderten und mehrere Orgeln stifteten. Die Reihe lädt mit Konzerten von Renaissance bis Klassik an Orte ein, die mit der Geschichte der Fugger zusammenhängen.

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Die Badstuben in den Fuggerhäusern

Hinter der Fassade der Augsburger Fuggerhäuser befinden sich die Badstuben: Diese beiden Sammlungsräume sind ein atemberaubend schönes Raumkunstwerk im Stil des Florentiner Manierismus. Die Regio Augsburg Tourismus GmbH führt Gruppen in dieses (sonst nicht zugängliche) kunsthistorische Meisterwerk.

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Das Buch: die Fugger im goldenen Augsburg

Das neue Reisetaschenbuch „Die Fugger im goldenen Augsburg der Renaissance. Denkmäler erzählen Geschichte“ fasst die Geschichte der Fugger und ihres Montankonzerns kurz und knapp zusammen und stellt alle Augsburger Sehenswürdigkeiten der Fugger vor.

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2020 – das Fugger-Musical: „Herz aus Gold“

„Herz aus Gold“ heißt das Musical um Jakob Fugger „den Reichen“: Nach der Inszenierung des Staatstheaters Augsburg auf der Freilichtbühne am Roten Tor im Jahr 2018 kommt es 2020 (24.07. – 01.08.) zur Wiederaufnahme. Beim Deutschen Musical-Theater-Preis erhielt „Herz aus Gold“ gleich drei Auszeichnungen.